Der Deutsche Lesepreis 2016 geht an „Neu in Deutschland“

buehne_fotos_klIn der Kategorie „Ideen für morgen“ wurde die Publikation „Neu in Deutschland. Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben“ am 9. November im Berliner Humboldt Carré mit dem Deutschen Lesepreis 2016 der Stiftung Lesen und der Commerzbank Stiftung ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Dr. Bianca-Amalia Prinzessin von Preußen. „Der Deutsche Lesepreis 2016 geht an „Neu in Deutschland““ weiterlesen

Der Krieg nahm uns Träume, Hoffnungen – und schließlich unseren Vater

In Gedenken an Ghasan Al Rifai (19. Mai 1952 – 15. März 2016)

Khaleds Vater 2 1998 floh er aus Syrien nach Libyen, arbeitete dort als Gastarbeiter und gründete einen wunderschönen Bauernhof. Sein Traum war es, irgendwann wieder nach Syrien zurückzukehren, seine Familie wiederzusehen. Aber das war nur ein Traum – unseres Vaters. „Der Krieg nahm uns Träume, Hoffnungen – und schließlich unseren Vater“ weiterlesen

„Es gibt einen Lichtblick in jeder schwarzen Wolke“

Azeddin Darmach_klDer syrische Englischlehrer Azeddin Darmach (67) erzählt von dem einfachen Wunsch, auch im Alter in Ruhe leben zu können („leider ist dann dieser blutige Krieg in unserem Heimatland ausgebrochen“).
Sein Text war die Initialzündung zu unserem Zeitungsprojekt „Neu in Deutschland“, in dem geflüchtete Menschen in Bochum über eigene und andere Erfahrungen schreiben. Darmach schreibt in dieser Zeitung über seine Kindheit in Syrien und das Planetarium in Bochum – und hier über Zukunftsträume der Vergangenheit.

„Als Kind wollte ich Maler werden. Aber das durfte ich nicht, denn es war ein brotloser Beruf. „„Es gibt einen Lichtblick in jeder schwarzen Wolke““ weiterlesen

„Was die geleistet haben!“ – Heinz Rittermeier, Gedächtnis des Bochumer Vereins

RittermeierDamals, erzählt Heinz Rittermeier (65), habe eine glitzernde Schicht auf den Straßen gelegen. „Als Kinder haben wir gelernt, unsere Schuhe sehr gründlich abzutreten, bevor wir eine Wohnung betraten.“ Es war der Staub von Kohle und Eisenerz. Aufgewachsen ist Rittermeier an der Bessemer Straße. „Die Industrie ist heute kaputt“, sagt er. „Aber der Glanz der Menschen ist noch nicht vergangen.“ „„Was die geleistet haben!“ – Heinz Rittermeier, Gedächtnis des Bochumer Vereins“ weiterlesen

„Vor mir haben sie megaviel Respekt“

Burhan1_kl„Ich sage den Leuten immer: Ihr müsst Geduld haben. Sonst verliert man die Nerven“, sagt Burhan Akıncı (25), der für Plan B Flüchtlinge in der Turnhalle am Westring betreut. „Ich bin genau den gleichen Weg gegangen.“

Akıncı war sechs, als seine Eltern mit ihm und acht weiteren Geschwistern aus Mardin, im Südosten der Türkei, nach Deutschland flohen. „Damals gab es dort Repressionen, Drohungen, Todesangst, Morde“, sagt Akıncı über seine Heimatstadt, die viele kurdische Bewohner hat. Die aktuellen Nachrichten aus dieser Region klingen ähnlich. „„Vor mir haben sie megaviel Respekt““ weiterlesen

Zuflucht in Stahlhausen: Nehal Munged Al Beaty aus dem Irak hatte Glück

Nehal_klAls Nehal Munged Al Beaty (24) vor einem Jahr ihr Informatik-Studium an der Universität Bagdad abschloss, schien die Welt für einen Tag in Ordnung zu sein. „Ich hatte so viele Pläne!“

Am nächsten Tag wurde ihre beste Freundin von einer Bombe getötet. Ein Bruder und ein Cousin wurden entführt. „Der IS drohte meinen Mann zu töten, wenn er nicht aufhörte, seine Arbeit zu tun.“ „Zuflucht in Stahlhausen: Nehal Munged Al Beaty aus dem Irak hatte Glück“ weiterlesen

„Man muss nur mutig bleiben“

20150923_153851Als Kind kannte Sonia Ferchichi (44) von Deutschland nur Hattingen und Sprockhövel. Irgendwo dazwischen arbeitete ihr Vater als Maurer, als sogenannter Gastarbeiter. Sie selbst lebte in Tunesien, studierte Politikwissenschaft und Journalismus, zog 1999 nach Bochum. Mit vier Sprachen, drei Kindern und den besten Nachbarn, die es gibt, bewältigte sie mehrere Schicksalsschläge. „‚The show must go on…!‘“, sagt sie. Und lacht.

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