„Stell Dir vor, die Leute würden sich begegnen!“ – Interkulturelles Theaterprojekt mit jungen Erwachsenen im Q1

SAMSUNG CAMERA PICTURESStell Dir vor, die Leute würden sich begegnen! Das Theaterprojekt „Imagine“ unter der Leitung der Theaterpädagoginnen Denise Rech und Beate Conze, wagt genau das.

SAMSUNG CAMERA PICTURES facebook Like Button„Wir haben den Jugendlichen Raum gelassen, Eigenes zu entwickeln“, sagt Rech, die auch Schauspielerin am Rottstr5-Theater ist. „Wir haben nur den Rahmen bereit gestellt.“ Begegnet sind sich in diesem Rahmen 20 Jugendliche und junge Erwachsene mit Wurzeln in Deutschland, Syrien, Guinea, Marokko und anderen Ländern.

„Wir haben alles selbst improvisiert“, erklärt Boubacar Kamite Barry (17). „Am Anfang gab es kein Thema, wir haben einfach gespielt.“ Rech und Conze schauten genau hin und nahmen Elemente auf, die den jungen TeilnehmerInnen besonders eigen waren oder etwas Besonderes ausdrückten.

SAMSUNG CAMERA PICTURES„Mich kann man in dem Stück nicht sehen“, sagt Kamite, der als einziger auf der Bühne ein weißes T-Shirt trägt. „In der ersten Szene kennt sich niemand, keiner tut etwas für den anderen.“ Die zweite Szene beginnt genauso, aber alles ist anders, die Menschen begegnen sich. „Wenn es eine Person gäbe, die etwas tut, um den Menschen zu helfen, die Gelegenheiten zu Begegnungen schafft, dann würden die Dinge besser laufen.“ Kamite, der im wahren Leben vor neun Monaten aus Guinea nach Deutschland kam, ist auf der Bühne dieser Mensch. Unsichtbar für die anderen. Mit schnipsenden Fingern verändert er die Welt.

SAMSUNG CAMERA PICTURESRebecca Ingrid Alers (17) ist eine strahlende Hippie-Frau. „Ich bin auch im richtigen Leben immer glücklich und habe immer bunte Sachen an“, lacht sie. „Das hat also perfekt gepasst.“ Auf der Bühne bleibt sie erst allein – und verteilt in der zweiten Szene Getränke. So bringt sie verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch.

„Mir wurde vorgeschlagen, eine geheimnisvolle Frau zu sein, und später eine hübsche Dame im Kleid. Das hat mir natürlich gefallen“, freut sich Jacqueline Nalbach (18).

SAMSUNG CAMERA PICTURES„Die meisten Ideen sind entstanden, als wir ein Wochenende zusammen in Haltern verbracht haben“, sagt Conze. „Das hat die Gruppe eng zusammen gebracht.“ Irgendwann griff ein Teilnehmer zur Gitarre und spielte „Imagine“ von John Lennon. „Da war klar, das wird auch der Titel des Stücks“, erzählt Rech. Das über 40 Jahre alte Lied mit der Zeile „Imagine all the people living life in peace“ (Stell dir vor alle Menschen leben in Frieden) klingt leider sehr aktuell.

Wenn nicht gerade geprobt wurde, spielten die Jugendlichen Fußball, sangen oder tanzten. So lieferten sie für die Regisseurinnen Rech und Conze einen reichen Fundus an Szenenelementen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES„Es sind viele sehr emotionale Elemente drin“, findet Kerstin Raczak vom Evangelischen Jugendpfarramt, die das Projekt zusammen mit Stefan Borgschulte initiiert hat. „Tod und Trauer kamen von den Jugendlichen in das Stück rein.“ Besonders sei an dem Stück auch, dass es ganz ohne Worte funktioniert.“ Es sind Bilder aus Begegnungen, Musik und Tanz. Unterschiedliche Identitäten, Lebensmomente, Standpunkte.

„Seid ganz bei Euch selbst! Habt Spaß!“, ruft Rech ihrem jungen Ensemble vor Beginn der Vorstellung zu. Beides gelingt – jedem auf seine Weise. „Mir hat das sehr gut gefallen“, sagt Kamite Barry.

facebook Like ButtonEine Theater-Collage aus Begegnungen, Musik und Tanz!
Mit viel Sprache, ohne Worte.

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