Beim Boule darf jeder mitspielen. Außer Hektiker

Boule3_kl„Beim Boule gibt es wenige Regeln, dafür ist der Freiraum riesig“, sagt Peter Stöckmann. Auf den beiden Bahnen am Generationenpark neben dem Springerplatz laufen heute vier Partien gleichzeitig. Jeder kann mitspielen. „Alter, Beruf, Nationalität und Hautfarbe spielen keine Rolle“, sagt Matthias Müller. „Das ist ja das Tolle. Boule lebt davon, dass man immer auch andere Leute trifft.“

Irgendwann ruft jemand laut „Auslosung!“ Prompt reihen sich alle nebeneinander auf. Durch einen Kugelwurf werden die Teams neu gemischt. Ratsmitglied Günter Gleising ist auch dabei. „Der Mensch will spielen!“, sagt Müller.

Boule1_kl„Wir sind jeden Freitag hier, manchmal drei, vier Stunden lang“, sagt Bärbel Junker, die mit ihrem Verein auch regelmäßig auf Turnieren spielt. „Hier spielen wir aber just for fun.“ Stöckmann spielt seit fünfzig Jahren. „Mein Vater hat es mir beigebracht, da war ich elf.“

Auf den Bänken neben dem Spielfeld sitzen diejenigen, die vom Spiel pausieren, warten oder zugucken. Manchmal auch diejenigen, die gesellschaftlich pausieren, warten, zugucken. „Da sitzen ganz oft Leute mit Bierflaschen rum“, sagt Bärbel Junker. „Aber wen stört das. In der Regel sind sie ja ruhig.“ Wer reinquatscht, pöbelt oder Hektik verbreitet, fliegt raus. Aber das gilt für alle – mit und ohne Obdach.

Boule2_klAli Benaggoune mag die Ruhe, die das Spiel umgibt. „Es ist so entspannend.“ Vor 36 Jahren kam er aus Algerien nach Bochum. „Das Spiel heißt eigentlich Pétanque“, erklärt er. In Algerien hat er studiert, in Bochum als Dreher gearbeitet. „Boule ist ja nur die französische Bezeichnung für Kugel.“ Aus Wattenscheid, Stiepel, Langendreer, Weitmar kommen die Spieler auf den Boule-Platz im Griesenbruch.

„Das wird knapp!“, ruft Matthias, der das Boule-Spiel in den achtziger Jahren auf Mallorca gelernt hat. Welche Kugel liegt näher am „Schweinchen“? Bärbel, ehemalige Mitarbeiterin eines Sportgeschäftes in der Bochumer Innenstadt, zückt das Maßband. „Hier geht es um Millimeter!“, betont Peter. Was er beruflich macht? „Ich bringe Jugendliche in Ausbildung.“ Beides verlangt Ruhe, Gelassenheit und ein Ziel vor Augen.


 

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