Neue Räume und Wege, nicht nur im Kopf

Wer vorher nie auf einem Fahrrad saß, fällt leicht mal von einem herunter. Fahrradtrainerin Joanna Zadora-Gruse von der Ifak weiß, wie auch Erwachsene die Kunst des Fahrradfahrens erlernen – und welcher Wert darin liegt.

„Lenker locker lassen! Mach dir keinen Stress!“, ruft Joanna Zadora-Gruse den TeilnehmerInnen ihres Fahrradkurses zu. „Bein durchstrecken!“ Es ist der vierte Kurstag. „Heute sind wir zum ersten Mal auf den Rädern. Vorher haben wir auf Rollern geübt, das Gleichgewicht zu halten.“ Die meisten im Kurs sitzen vormittags auch bei Zadora-Gruse im Deutschkurs.

Auf Rollern startet der Kurs. Foto: Marion Morzuch

„Ich komme aus Syrien“, erzählt Sumaya Abdulrahman. „In meiner Heimat bin ich nie Fahrrad gefahren.“ In Bochum hat sie bereits einen Autoführerschein gemacht. „Aber ein Auto können wir uns zur Zeit nicht leisten. Ich möchte Fahrrad fahren, um leichter vom Rathaus zum Jobcenter und anderen Terminen zu kommen.“ Trainiert wird vor dem Colosseum an der Jahrhunderthalle oder auf dem Hof des Q1.
„Es ist toll zu sehen, wie glücklich die Leute sind, wenn sie es schaffen“, freut sich Zadora-Gruse. „Durch das Fahrradfahren erschließen sich für die TeilnehmerInnen ganz neue Räume und Wege, nicht nur im Kopf.“ Dass Bewegung auch ein Motor für die Sprache sein kann, ist durch Studien belegt.

Die Fahrradkurse für Erwachsene mit und ohne Fluchthintergrund (7 Tage à 3 Stunden) werden bei der Ifak einmal im Jahr zu einem reduzierten Preis von 30 Euro angeboten. Sie basieren auf dem erfolgreichen Konzept des Vereins moveo ergo sum und werden von zertifizierten Lehrkräften durchgeführt.
Gefördert durch das Programm „Soziale Stadt“.

Kontakt: Marion Morzuch, Telefon: 0234/92 33 62 39 bzw. 32 44 94 3

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