„Es wird hier eine Menge passieren“ – Bürgerversammlung zum Stadtumbau BO-Goldhamme

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Die Geschwister Laura und Deborah Herold von der Bürgerinitiative Goldhamme sind in Goldhamme aufgewachsen.

Wenn vom Stadtumbau-Team zur Bürgerversammlung gerufen wird, werden Stühle getragen:  Das Interesse ist groß, Fragen gibt es viele. Die Grundidee fürs Quartier steht. „Nun geht es um Ihre Straßen“, sagt Brigitte Küch vom Stadtplanungsamt.

Die Landschaftsarchitektinnen Friederike Marwede und Sonja Pütter vom Team der Landschaftsarchitekten Danielzik + Leuchter BDLA stellten in der Alten Post ihre Pläne vor, die sie auf der Grundlage vieler Fachgespräche, Spaziergänge, Erhebungen und Bürgerforen facebook Like Buttonerstellt haben. Diese müssen dann in die politischen Gremien eingebracht werden und mit den Verantwortlichen in Düsseldorf und Arnsberg abgesprochen werden. Doch erstmal haben die Goldhammer das Wort.

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Die Geschwister Laura und Deborah Herold von der Bürgerinitiative Goldhamme haben drei Wünsche zur Versammlung mitgebracht: Mehr Parkplätze, mehr Struktur, mehr Licht. „Viele parken hier mitten auf dem Gehweg, vielleicht könnte man dort Poller aufstellen“, sagt Laura Herold, die in Goldhamme geboren wurde. Selbst die Feuerwehr käme bisweilen nicht durch.

Eine bessere Beleuchtung des Stadtteils würde helfen. Und vielleicht könnte ein Patenschaftsprogramm für Blumenbeete bewirken, dass das dekorative Grün mehr Pflege bekommt. Lauras Schwester Deborah Herold setzt auf ein insgesamt ordentlicheres Erscheinungsbild. „Wer macht denn das Laub weg, wenn neue Bäume gepflanzt werden?“

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Bürgertreff zur Rahmenplanung in Goldhamme 2014

Viele praktische Fragen sind zu klären. In den Planungen von Marwede und Pütter gibt es drei zentrale Handlungsräume: eine Quartiersmitte schaffen, Wohnstraßen neu gestalten, eine Qualifizierung des Grünzugs umsetzen.

Der neue Grünzug ist bereits im Bau, der erste Spatenstich erfolgte im Februar. Einen zentralen Platz gibt es auch schon: Den Vorplatz der St. Anna Kirche. „Ein imposantes Gebäude, ein schöner Mittelpunkt“, sagt Marwede, „aber das Leben fehlt.“ Deshalb soll der Platz – in enger Absprache mit der Kirchengemeinde – neu gestaltet werden. „Die Pflasterung des Vorplatzes soll bis in den Straßenraum hingezogen werden.“ Auf dem Platz sollen Bäume gepflanzt werden. Damit wäre automatisch Raum und eine Verkehrsberuhigung geschaffen.

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Erster Spatenstich zur Umgestaltung des Grünzugs – mit Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork (Mitte).

„Wer über ein andersfarbiges Pflaster fährt, entschleunigt automatisch das Tempo.“ Die durchgangsstraßenverkehrsgeplagten Goldhammer verfallen bei dieser Erklärung kurz in grummelndes Murmeln. Aber an anderen Orten funktioniert dieses Prinzip auch, und so geben sie die Hoffnung auf mehr Ruhe im Stadtteil nicht auf. „Eine Verkehrsberuhigung ist uns ein Anliegen“, versichern die Landschaftsarchitektinnen. Gleichzeitig wollen alle mehr Parkplätze, weil alle BewohnerInnen Autos haben und ihre Besucher ebenfalls. „Vor der Kirche sollen Autos erst einmal ausgeblendet werden“, so Marwede. Die Parkplätze dort werden verschwinden, dafür entstehen an anderer Stelle neue Parkplätze.

„Es wird hier eine Menge passieren“, hatte Brigitte Küch zu Beginn der Veranstaltung gesagt. Und eine Menge Leute reden und denken dabei mit. Vor allem die BewohnerInnen von Goldhamme, denn sie wissen am besten, was gebraucht wird.

SAMSUNG CAMERA PICTURES „Sie haben in den Gesprächen mit uns entschieden, dass Sie lieber Ihre Wohnstraßen neu gestaltet haben wollen, mit Begegnungspunkten, als eine zentrale Platzgestaltung wie beispielsweise den Springerplatz im Griesenbruch“, fasst Küch die Wünsche der BürgerInnen zusammen – und facebook Like Buttonso wird’s gemacht. So weit wie möglich.

Mehr Informationen: STADTumbauBÜRO, Kohlenstraße 213, geöffnet Mo 9-13 Uhr, Mi 9-18 Uhr, Do 13-18 Uhr

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