e57-Workshop bringt neues Graffiti in den Wendenpark

Graffiti Workshop_mit Leiter_klDie Wand im Wendenpark, die in diesen Tagen mit einem wilden Graffiti besprüht wird, gehört einem Rentner, der seit Kriegszeiten dort lebt. „Die Idee fand er großartig“, sagt Sebastian Spatz, Leiter des Jugendzentrums e57 in Goldhamme. „‚Macht, was ihr wollt!‘, hat er zu uns gesagt.“ Der Park führt ansonsten eher ein Schattendasein. „Wir wollten Farbe an diesen Ort tragen.“ Als die Graffiti-Künstler noch dabei waren, ihre Spray-Dosen auszupacken, hatte ein anderer Nachbar jedoch schon die Polizei gerufen.

facebook Like ButtonDie Polizei war aber schnell wieder verschwunden, als klar war, dass die Sache mit dem Graffiti legal und im Rahmen eines fünftägigen Workshops mit echten, coolen Graffiti-Künstlern und 10 Jugendlichen entstanden ist.

Graffiti Workshop_Sebastian_kl
Sebastian Spatz vom e57

„Ich finde es immens wichtig, dass die Jugendlichen an solche künstlerischen Formen herangeführt werden, dass sie sich trauen, etwas zu veröffentlichen. Das ist auch ein Spiegel für unsere Gesellschaft, für die Zeit, in der wir leben“, sagt Kevin (24), der mit Achim (22) zusammen den Workshop leitet – und ein bisschen anonym bleiben möchte. So ganz einfach ist das mit dem Graffiti eben noch nicht.

An den ersten beiden Tagen des Workshops ging es um zeichnerische Grundlagen. „Die Jugendlichen waren sehr engagiert, einige hatten sogar richtig Talent, das sieht man schnell.“ Ein weiteres Thema war der Unterschied zwischen legalen und illegalen Graffitis: Legale Sprayer verwenden mehr Zeit auf den Stil. Wer illegal sprayt, hat nämlich wenig Zeit. Ganz billig ist beides nicht – eine Dose kostet über 3 Euro. Aber wer bei einem illegalen Sprüh-Werk erwischt wird, muss mit einer Strafe um 150.000 EUR rechnen.

Graffiti Workshop_von weitem_klHerr F., dem die Graffiti-Wand im Wendenpark gehört, war froh, dass etwas Buntes, Lebensfrohes dorthin kommen sollte. Als kleiner Junge musste er erleben, wie sein Elternhaus am heutigen Wendenpark im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde. Später wurde er Maler und Lackierer. Mit Farben kann er also viel anfangen.

15 Dosen Farbe stehen bereit für das etwa 8 Quadratmeter große, zweiteilige Bild. „Das Motiv haben wir mit den Jugendlichen zusammen entwickelt“, sagt Kevin. „Es geht um den Kontrast. LInks sind eher aggressive Formen. Das steht für die City. Rechts sind runde Formen. Das steht für Life.“ Die meisten jugendlichen Teilnehmer wohnen selbst in Goldhamme. „Es ist ihr Stadtteil“, sagt Kevin. „Es ist doch schön, wenn hier etwas ist, das sie selbst gestaltet haben.“

Graffiti Workshop_Skizze_klAuf einer Bank in der Nähe der Graffiti-Arbeiten sitzen schon eine ganze Weile zwei ältere Frauen, in dichte Kopftücher gehüllt. Als die Künstler eine Pause einlegen, Erbsensuppe löffeln, kommen die beiden Frauen langsam näher. Sie wollen wissen, was hier passiert. Kevin zeigt ihnen die Skizze und erklärt, wie das Bild am Ende aussehen soll. Die Frauen strahlen. „Es war super“, sagt ein junger Teilnehmer am Ende, „aber das lange Sprühen tut in der Hand weh, das hätte ich nicht gedacht.“

facebook Like ButtonDas einwöchige Workshop-Projekt wurde finanziert durch das Städteerneuerungsprogramm „Soziale Stadt“.
www.facebook.com/ifak.e57

Graffiti Workshop_mit Nachbarin_kl

Graffiti Workshop_Work in Progress_City_kl

 

 

 

 

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