Die Sache mit den Bänken

Bänke laden zum Verweilen und Ausruhen ein. Wenig Ruhe gab es zuletzt jedoch um eine selbstgebaute Bank an der Griesenbruchstraße. Botopia-Mitglied Christoph Bast berichtet, warum dort eine Bank auf- und dann wieder abgebaut wurde.

Von Christoph Bast

Vor einiger Zeit haben wir vor Raum9, dem Vereinsraum der Botopia in der Griesenbruchstraße, eine provisorische Bank aus Stein errichtet: für die Zigarettenpausen während der Chorproben oder der Plenumssitzungen. (Mit dem Grünflächenamt sind wir darüber natürlich in Kontakt.)

Diese Bank erlebte in kurzer Zeit einige bemerkenswerte Dynamiken. Die provisorische Bank wurde nämlich nicht nur von Menschen aus dem Raum9 benutzt, sondern auch von Nachbar*innen für einen Plausch oder von Leuten, die beim Discounter nebenan eingekauft hatten. Dazu kam die lokale Trinkerszene, die zwischen Springerplatz und der Gegend um den Discounter pendelt. Und hier fingen die Probleme leider an.

In unserer Nachbarschaft gab es erste Beschwerden von Anwohnenden und Vorbeigehenden, die sich durch die Menschen auf der Steinbank belästigt fühlten. Besonders klagten mehrere in der Nachbarschaft über Lärmbelästigung in der Nacht.

Nach langem Überlegen haben wir die Bank schließlich wieder abgebaut. Weil wir vollstes Verständnis für unsere Nachbar*innen haben. Gerade in den besonders heißen Wochen fiel es allen ohnehin schwer zu schlafen, und bei geschlossenen Fenstern zu schlafen, war keine Option.

Trotzdem finde ich es schade, dass der Treffpunkt vor unserem Laden nicht mehr da ist. Während meiner Schichten im Leihladen konnte ich vorher immer durch unser großes Schaufenster beobachten, wie sich Menschen aus der Nachbarschaft auf der Bank getroffen haben.

Jetzt ist die Bank weg. Wir haben für uns eine Lösung gefunden, aber das Problematische daran haben wir, denke ich, nur verdrängt. Wir haben die Menschen verdrängt, die hier einen Ort zum Verweilen gefunden hatten.

Das tut mir leid, auch wenn ich weiß, dass wir, die Ehrenamtlichen aus der Botopia, dieses soziale Problem nicht werden lösen können. Ich würde mich aber freuen, wenn die Stadt sich Lösungen überlegen würde, in denen die Menschen, die tagsüber auf Bänken leben, respektvolle Beachtung finden.

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