Deutscher Lesepreis 2016: Das Zeitungsprojekt „Neu in Deutschland. Zeitung von Geflüchteten“ aus Bochum ist nominiert!

Pressemitteilung

logo_deutscherLesepreisBochum, 13. September 2016. Aus den diesjährigen 286 Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis stehen nun die 36 Nominierten fest. In der Kategorie „Ideen für morgen“ wurde das Zeitungsprojekt „Neu in Deutschland. Zeitung von Geflüchteten“, herausgegeben von der Bochumer Autorin Dorte Huneke-Nollmann nominiert.

In der 2015 gestarteten Zeitung „Neu in Deutschland“ schreiben geflüchtete Frauen und Männer unterschiedlicher Generationen (15-67 Jahre) über persönliche Erfahrungen, aber auch über berufliche Perspektiven, Theater, Kunst, besondere Orte und Begegnungen in Deutschland.

Unserer ‚zweiten Mutter Deutschland‘ haben wir viel zu verdanken –
aber auch viel zu geben. Das versprechen wir Ihnen.

Marwan Alfneesh, 26, Jurastudent aus Syrien in Bochum

Man fühlt sich immer glücklich, wenn man offen ausgesprochen hat, was man in seiner Brust fühlt.
Und wenn man das Glück hat, das, was man fühlt, in einer Zeitung zu veröffentlichen,
die von vielen Menschen gelesen wird, ist man noch glücklicher.
Azeddin Darmach, 67, pensionierter Englischlehrer aus Syrien in Bochum

NiD_3_TitelseiteParallel zur vierteljährlichen Printpublikation erscheinen die Texte online. In den vergangenen Monaten wurden Lesungen und andere Bühnenveranstaltungen (u.a. mit Frank Goosen) durchgeführt. So werden sprachliche und kulturelle Kompetenzen gefördert – und ein Dialog auf Augenhöhe gestärkt.

Das Projekt dient nicht dazu, professionelle Journalistinnen und Journalisten auszubilden. Wohl aber kann es Anreize liefern, sich mit der deutschen Sprache und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander zu setzen – in einer Gesellschaft, die auf Demokratie und Teilhabe setzt.

Deutschsprachige Leserinnen und Leser begegnen lesend einer Vielfalt an Sichtweisen, Begriffen und Erfahrungen geflüchteter Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generation und Bildung. Die Zeitung „Neu in Deutschland“ ist in Bochum die erste von Geflüchteten selbst erstellte Publikation.

Eine Übersicht der Kategorien und aller Nominierten gibt es auf www.deutscher-lesepreis.de. Die festliche Preisverleihung des Deutschen Lesepreis 2016 findet am 9. November im Berliner Humboldt Carré statt.

Neu in Deutschland_Nr. 2_erste SeiteDie Schirmherrin des Deutschen Lesepreises ist Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka

Mit dem Deutschen Lesepreis würdigen seit 2013 die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung Projekte, die sich nachhaltig für die Leseförderung in Deutschland einsetzen. Denn nur wer richtig lesen kann, besitzt den Schlüssel zu Bildung und Teilhabe an unserer Gesellschaft. Allerdings zeigen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder und Jugendlicher seit Jahren große Defizite auf: 14,5 % der 15-Jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz (PISA 2012). Rund 7,5 Millionen Erwachsene sind hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten. Um diese Zahlen langfristig zu senken ist Leseförderung unabdingbar. Alle gesellschaftlichen Gruppen und Akteure sind daher gefordert, sich im Alltag für die Leseförderung in Deutschland zu engagieren.

Der Deutsche Lesepreis ist mit Preisgeldern in Höhe von 19.500 Euro dotiert – ermöglicht wird dies durch den Initiativpartner Commerzbank-Stiftung sowie durch die PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, FRÖBEL e.V. und die Arnulf Betzold GmbH. Der Deutsche Lesepreis steht unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Das Ziel der Initiative: Deutschland langfristig zum Leseland machen

Ruhr International_Khaled, Dorte_klUm Deutschland zum Leseland zu machen und dem funktionalen Analphabetismus entgegen zu wirken, ist das Engagement vieler wichtig. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: „Leseförderung muss als gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlichen Gruppen verstanden werden. Genau hier setzen wir mit dem Deutschen Lesepreis an und würdigen und unterstützen innovative sowie nachhaltige Projekte, die dazu beitragen, der Leseförderung in Deutschland neue Impulse zu geben – und Deutschland langfristig zum Leseland machen.“

Astrid Kießling-Taşkın, Vorstand der Commerzbank-Stiftung, betont: „Lesen schafft Nähe. Sei es ein mitreißender Roman, ein spannender Fachartikel oder die ersten Worte in einer fremden Sprache. Alles sind Erfahrungen, die sich zu teilen lohnen. Sie stehen für die integrative Kraft des Lesens. Menschen, die mit ihrer Begeisterung zum Lesen anstecken, nehmen andere mit auf den Weg hin zu aktiver gesellschaftlicher Teilhabe. Mit dem Deutschen Lesepreis honorieren wir das Engagement, dem Thema Lesen in neuer Weise zu begegnen.“

Die Geflüchteten-Zeitung „Neu in Deutschland“ entstand 2015 als Sonderausgabe der Stadtteilzeitung „DreiViertel. Zeitung für das Bochumer Westend“ in Kooperation mit der Migrantenorganisation IFAK e.V. und wurde mit einer Förderung durch das Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt“ und das Kulturbüro der Stadt Bochum gestartet. – Seit August 2016 sind die Stadtwerke Bochum Hauptsponsor der Zeitung.

Kontakt:

Dorte Huneke-Nollmann
Neu in Deutschland | Herausgeberin
Halbachstraße 2, 44793 Bochum
m 0173 5388235
dorte.huneke@gmx.de
dreiviertel-bochum.de/neu-in-deutschland

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