Baustart an der Normannenstraße

Landschaftsarchitektin Friederike Marwede (r.) erläutert die Pläne.

Rund 80 BewohnerInnen von Goldhamme beratschlagten viele Monate lang mit ExpertInnen darüber, wie die Normannenstraße in Goldhamme schöner werden kann. Auf dieser Grundlage entwickelten Stadtplanerinnen ein Konzept. Heute wurde der offizielle Spatenstich gesetzt.

Im Fokus steht die rund 340 Meter lange Stadtteilachse Normannenstraße. Hier wurden in den vergangenen Wochen bereits für 11.000 Euro mehrere Dutzend Bäume gefällt. Dafür sollen bald 39 neue Bäume gepflanzt werden. „Für die neue Bepflanzung haben wir schmale, kronen- oder elypsenförmige Bäume ausgewählt“, erklärt Landschaftsarchitektin Friederike Marwede. Wo früher breite Haselnussbäume doppelreihig standen und im Herbst ihre Früchte abwarfen, ragen also bald Säuleneichen, Hopfenbuchen , Erlen und Zierkirschen schlank in die Höhe. Die Hochbeete werden entfernt, damit sich dort kein Müll ansammelt.

Hundebesitzer, Senioren, BI und Mütter unterschiedlicher Kulturen

Bezirksbrügermeisterin Gabriele Spork (SPD) begleitete den Planungsprozess von der ersten Stunde an.

„Wir haben die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner sehr ernst genommen“, betont Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork (SPD). Zu den stärksten Gruppierungen bei den Bürgerversammlungen gehörten Hundebesitzer, SeniorInnen, die Bürgerinitiative Goldhamme (BI), aber auch Mütter mit und ohne Migrationshintergrund. „Die Lösung bedeutete natürlich oft eine Quadratur des Kreises, weil jeder seine eigene Sicht auf das Viertel mitbringt.“ Auch im städtischen Rat dauerte der Entscheidungsprozess lange. „Aber am Ende wurde ein Konzept einstimmig beschlossen!“

„Ich plane für alle Bevölkerungsschichten!“

Deutlich attraktiver und verkehrsberuhigt soll der Bereich um die Kirche St. Anna werden: Eine rote Pflasterung und bunte Poller sollen Autofahrer mahnen, das Tempo zu drosseln. „Das bringt Ruhe hier rein“, freut sich Spork. Die Parkplätze vor der Kirche werden entfernt (dafür wird es an anderer Stelle gebündelte Parkmöglichkeiten geben). „Das Kirchenbauwerk ist so schön, das möchte man auch sehen können!“, erklärt Marwede. Deshalb sollen vor der Kirche zudem Sitzmöglichkeiten entstehen: zwei schmale Bänke mit Lehnen. „Als älterer Mensch muss man sich anlehnen können.“ Damit sich aber niemand eingeladen fühlt, auf dieser Bank die Nacht zu verbringen oder Trinkgelage abzuhalten (eine große Sorge vieler AnwohnerInnen), bleiben die Bänke kurz. „Ich plane für alle Bevölkerungsschichten!“, betont Marwede. „Auch für Senioren.“

Um Kinder mobiler und selbständiger zu machen, sollen die Wege zur Grundschule An der Maarbrücke und dem Familienzentrum St. Anna sicherer werden. „Kinder sollen zu Fuß zu ihrer Schule gehen können“, wünscht sich Spork, deren eigene Kinder jahrelang einen 2 Kilometer langen Schulweg selbständig hin und zurück liefen.

Lissa Peters vor dem Bauplan im Stadtumbaubüro.

Für den Umbau der Normannenstraße im Rahmen des Stadtumbau Westend stehen 1,2 Mio Euro zur Verfügung. Ende März 2018 soll alles fertig sein. „Wenn am Ende noch Geld übrig ist, machen wir auf der Cramerstraße und der Goldhammer Straße weiter“, so Birgit Schwarte vom Umwelt- und Grünflächenamt.

Die Pläne zur Umbaumaßnahme hängen im Stadtteiltreff „Alte Post“ und im Stadtumbaubüro an der Kohlenstraße für Interessierte aus. Lissa Peters vom Stadtumbau-Team beantwortet gerne Fragen dazu.

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