An der Kohlenstraßen-Allee

An der Kohlenstraßen-Allee

Von Marianne Pizzuto

Dass ich vor rund zwei Jahren nach Goldhamme in die Kohlenstraße gezogen bin, kam eher zufällig. Ich brauchte damals schnell eine Wohnung, und zwar eine, die für mich als Studentin bezahlbar ist. Eine Besonderheit, die mir an Goldhamme sehr gefällt: Hier spielen die Kinder noch auf der Straße. Wo sieht man das sonst noch? Ich freue mich darüber, weil ich als Kind selbst viel auf der Straße gespielt habe und tolle Erinnerungen daran habe. Es macht die Kinder eigenständig.

Große, alte Bäume säumen das untere Ende der Kohlenstraße in Goldhamme, und an ihren Wurzeln finden sich etliche Parkplätze. Wenn man dieses Stück Straße durchquert, und das passiert in wenigen Minuten, könnte man die Kohlenstraße eigentlich auch eine Allee nennen. Die Straßenbahn fährt in verlässlichem (manchmal auch nicht so verlässlichem) Takt auf ihren Schienen mitten durch die Straße. Manches Mal holpert es in meiner Wohnung deswegen. Mit lautem Gebimmel werden regelmäßig Fußgänger gewarnt, damit sie von den Schienen gehen. Und so schnell, wie die Bahn reinfährt, ist sie auch schon wieder draußen und biegt quietschend zur Haltestelle Wattenscheiderstraße ab. So liegt diese kleine, unscheinbare Straße direkt am Puls der Industriekultur, hinter der Jahrhunderthalle.

In der Kohlenstraße ist eigentlich immer etwas los: spielende, lachende Kinder, Anwohner die draußen sitzen und sich unterhalten, manchmal laute Musik aus dem einen oder anderen Fenster. Trotzdem ist man von der Hektik und dem Lärm der Hauptstraße (Essener Straße) abgetrennt.

Die vielen Parkplätze entlang meiner Straße und die einparkenden Autos am Abend stören mich ein bisschen, aber eigentlich lebt es sich hier wie in einem verkehrsberuhigten Bereich. In meinen Augen würde es der Straße guttun, wenn sie als Spielstraße ausgewiesen wäre und die Autos Schritttempo fahren müssten. Gerade wegen der vielen spielenden Kinder hier.

Ich selbst laufe viel zu Fuß. Wenn ich abends nach Hause komme, laufe ich oft auf der Fahrradspur: Weil die Gehwege nicht so gut beleuchtet sind. Und im Sommer entkomme ich auf diese Weise den penetrant stinkenden Mülltonnen, die leider viel zu nah am Straßenrand stehen. Eine olfaktorische Herausforderung!

Als Studentin lässt es sich hier sehr gut wohnen. Die Mieten sind moderat und der Blick auf die Bäume vor meinem Fenster hilft meinen Augen, beim Lernen zu entspannen. Ich wohne gerne hier. Die Nähe zur Innenstadt, aber auch die gute ÖPNV-Anbindung nach Gelsenkirchen, Wattenscheid, Altenbochum und Witten machen mich ziemlich mobil. Das gefällt mir.

Dieser Text erschien 2018 in der 7. Ausgabe der DreiViertel – im Rahmen der „Offenen Redaktion“. Das nächste offene Redaktionstreffen findet statt am Donnerstag, 16. August, um 11 Uhr im Raum9 (botopia), Griesenbruchstr. 9, Bochum.

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