„Der betörende Gesang des Zaubervogels“ | Premiere am 22. November im Thealozzi

Thealozzi Gruppenfoto„Alles tut weh, ich bin eine alte Greisin“, sagt Esther (9), die in dem Theaterstück „Der betörende Gesang des Zaubervogels oder Ich guck schon mal wann der Bus fährt!“ am Kulturhaus Thealozzi eine ältere Dame spielt. Marvin Kassner (16) spielt den strengen Dorfvorsteher. „Das ist ganz schön schwierig, eigentlich bin ich gar nicht so streng.“ Im Gegenteil. Als er vor vier Jahren das erste Mal auf der Bühne stand, machte er nur Quatsch und war kaum zu bändigen.

facebook Like Button„Gianpiero hat mir gezeigt, dass man auf der Bühne ruhig bleiben muss“, sagt Marvin über seinen Schauspiellehrer Gianpiero Piria, der das Kindertheater-Projekt gemeinsam mit der Regisseurin Gudrun Gerlach leitet. „Man muss sich konzentrieren, damit man nicht stolpert.“ Das hilft ihm auch im echten Leben.

Gudrun„Sie müssen nur die Zeitung aufschlagen, dann finden sie dort genau das, worum es in unserem Stück geht“, sagt Gudrun Gerlach, die seit über dreißig Jahren für das Thealozzi arbeitet. Es geht um Migration, Flucht und Vertreibung. Und – wie fast immer im Theater – darum, sich in andere Menschen und Lebenssituationen hineinzuversetzen. „Nur dass das hier ein Märchen ist.“

Ein Märchen mit vielen Wurzeln im wirklichen Leben. Der afrikanische Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela sammelte das Märchen bei einer Reise durch Afrika auf: Ein Dorf wird von einem Zaubervogel tyrannisiert. Alle Hoffnungen, ihn loszuwerden, ruhen auf den Kindern.

Der einzige erwachsene Schauspieler, Naci Köylüuşağı, bringt eigene biographische Erzählungen in das Stück ein. Von seiner Flucht aus der Türkei vor 35 Jahren erzählt der Architekt, der in Deutschland auch als Übersetzer arbeitete und mittlerweile ein Fischrestaurant hat.

GianpieroAm Ende der Proben schaut ein Vater mit seinem Sohn durch die  Tür des Theatersaals. Sie wohnen nebenan – in den Containern, die als Erstunterkunft für Flüchtlinge bereit gestellt wurden. So verknüpfen sich die Fäden aus Afrika, der Türkei, Syrien – in Goldhamme.

„Jeder Mensch ist dazu bestimmt zu leuchten wie es die Kinder tun“, hat Nelson Mandela gesagt. Auf der Bühne des Thealozzi leuchten in diesen Wochen 14 Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren. „Ich mag es, mich im Theater in andere zu verwandeln“, sagt Merlin Kirchner (11), der auch schon beim Thealozzi-Sommercamp auf der Bühne stand.

Thealozzi_mit Schrift„Die Kinder sind meist offener, transparenter“, sagt Piria über die Arbeit mit der jungen Schauspielgruppe. „Man muss die Leine lang halten“, sagt Gerlach, „sie dann aber auch wieder ranziehen.“ Das koste zuweilen ziemlich viel Kraft. „Aber wenn man sie kriegt, dann sind sie toll, ganz spontan. Auf jeden Fall macht das großen Spaß.“

Premiere ist am Sonntag, 22. November, 16 Uhr. Karten 8 EUR (erm. 5 EUR). Präsentiert von: stahlhausen enterprises. Weitere Termine und Tickets unter Telefon: 0234 17590 und im Internet unter: www.thealozzi.defacebook Like Button

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