Glück in der Malerei

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Durch einen Text von Azeddin Darmach (67) wurde Ende 2015 die Idee zur Zeitung „Neu in Deutschland“ geboren.

Das Malen habe ihm die Augen geöffnet für die Details der Dinge, sagt der ehemalige Englischlehrer Azeddin Darmach aus Syrien. In Bochum erinnert er sich an Farben und verlorene Bilder aus der Heimat.

Ich weiß nicht, warum oder wie, aber die Malerei war mein ganzes Glück, als ich auf die Mittelschule ging. Unsere Schule lag auf einem Hügel, und es gab keine Mauern um die Schule, und die Landschaft rund um die Schule war so fantastisch, dass wir immer draußen sein wollten. „Glück in der Malerei“ weiterlesen

Liebe Frau Luisa Hermans…,

kristineich erinnere mich wie heute daran, wie wir uns trafen. Sie wollten mir helfen, Deutsch zu lernen, aber ich lernte von Ihnen nicht nur die Sprache. Wenn ich traurig war, weil mein Mann damals in einer anderen Stadt lebte, kamen Sie oft zu mir und brachten mir eine Blume mit. Ich sah Sie oft schon von meinem Fenster aus mit dem Auto kommen. So viele Blumen haben Sie mir gebracht! Und weiße Schokolade! Weil Sie wussten, wie gern ich weiße Schokolade mag. „Liebe Frau Luisa Hermans…,“ weiterlesen

Text-, Bild- und Skulpturen-Ausstellung zum Thema Flucht in Wattenscheid

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Aya (4) aus Syrien. Foto: Alfred Riebel

Am 23. Oktober um 18 Uhr wird die Ausstellung „Mit-Menschen“ mit Werken von Alfred Riebel, Detlef Diering und Saoud Ahmad in der Friedenskirche in Wattenscheid eröffnet. Die Zeitung „Neu in Deutschland“ ist als Kooperationspartner beteiligt. „Text-, Bild- und Skulpturen-Ausstellung zum Thema Flucht in Wattenscheid“ weiterlesen

Von Bochum nach Damaskus ein Gruß

marwanq1_klVon Marwan Alfneesh
Übersetzung: Khaled Al Rifai

Im Namen der Liebe,
da die Liebe aus dem Herzen kommt,
im Namen des Herzens,
da das Herz in unserer Seele sitzt,
im Namen der Seele,
da die Seele uns von Allah gegeben wurde,
im Namen Syriens,
das meine Liebe, mein Herz und meine Seele zu einer Einheit machte,
gehen meine Worte in die Welt,
um meine Sorgen, meine Trauer, mein Glück und meine Hoffnungen zu umfassen. „Von Bochum nach Damaskus ein Gruß“ weiterlesen

In jedem Haus gibt es Raum für Gäste

OmarVon Omar N.

Wenn Omar N. über seine Heimatstadt Damaskus spricht, muss er oft erklären, dass es dort Wohnungen mit Strom und Wasser gibt. Ganz normal, bis 2011. Etwas Besonderes seien hingegen die Häuser der Damaszener Altstadt. Zum Teil mehrere hundert Jahre alt und mit natürlichen „Klimaanlagen“ ausgestattet. „In jedem Haus gibt es Raum für Gäste“ weiterlesen

„Ich bin so müde, wie ich nie dachte, dass ich einmal müde sein würde.“

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Boushra El Dalaf kam 2014 mit ihrem Mann aus Aleppo nach Deutschland. In Bochum schreibt sie seit 2016 für die Zeitung „Neu in Deutschland“.

Von Boushra El Dalaf
Übersetzung: Khaled Al Rifai

Meine Heimat ist nur eine Erinnerung. Daran, wie wir waren und wie wir wurden. Mit müden Augen sehe ich die Menschen, die auf der Straße mit sich selbst reden. So müde bin ich, dass ich ein Kind anschimpfte, das zu mir sagte: Bitte, kauf mir Schokolade. Bei Allah, ich war ungerecht zu diesem Kind… Eine Träne von mir fiel auf seinen kleinen Kopf. Ich ertrage es nicht, den Mann auf der Straße zu sehen, der um Geld für eine Fahrkarte bettelt, weil ihm sein Geld angeblich gestohlen wurde. Dabei wurde ihm überhaupt kein Geld gestohlen. Er bringt es nur nicht übers Herz zu sagen: Im Namen Allahs, ich habe kein Geld, um mir etwas zu essen zu kaufen. Bitte lass mich nicht verhungern. Es gibt noch eine Würde in ihm, die ihn das nicht sagen lässt. „„Ich bin so müde, wie ich nie dachte, dass ich einmal müde sein würde.““ weiterlesen